In Slowenien gibt es keine temporeichen Tarifverträge oder so genannte Trend-Setting-Sektoren, die einen Rahmen für andere Sektoren schaffen. Derzeit gibt es in der Privatwirtschaft keinen branchenübergreifenden Tarifvertrag. Es gibt keine wirkliche Koordinierung, aber es gibt einige Musterverhandlungen (in verschiedenen Sektoren). Die vertikale Koordinierung spielt auch deshalb eine Rolle, weil die Verhandlungsführer von Arbeitgebern und Gewerkschaften auch unterschiedliche Unternehmen vertreten und damit die für die niedrigeren Ebenen vereinbarten Rechte Auswirkungen auf die höheren Ebenen der Tarifverhandlungen haben. Es liegen keine nationalen (offiziellen noch inoffiziellen) Daten über Streiks in Slowenien vor. Die Hauptgründe für tariflichen Maßnahmen waren Lohnkürzungen und Lohnrückstände. Mechanismen zur Beilegung von Kollektivstreitigkeiten sind in den Tarifverträgen enthalten. Es liegen jedoch keine Daten über ihre Verwendung vor. Kürzlich besuchten die Inspektoren der Fernöstlichen Territorialorganisation der Gewerkschaft der Seeleute (SUR FETO) die von Panama flagd m/v Zorina anlegenden M/v Zorina im Hafen von Nakhodka.

Bei der Überprüfung der Dokumente stellten sie fest, dass der mit der Taiwan Seafarers` Union (NCSU) unterzeichnete ITF-Tarifvertrag an Bord war. Aber bei einer gründlicheren Prüfung stellte sich heraus, dass die Situation an Bord nicht so gut war, wie es auf einmal schien. Das Arbeitsverhältnisgesetz schreibt in Artikel 133 vor, dass der Arbeitgeber für gleiche Arbeit und für gleichwertige Arbeit unabhängig von ihrem Geschlecht gleichen Lohn leisten muss. Bestimmungen eines Arbeitsvertrags, eines Tarifvertrags oder eines allgemeinen Arbeitsakts, die dieser Bestimmung zuwiderlaufen, gelten als ungültig. Die Besatzung an Bord des Billigflaggenschiffes äußerte den Wunsch nach Garantien für menschenwürdige Beschäftigungsbedingungen. Auf Antrag der m/v Zorina-Crew übermittelte die SUR FETO dem Reeder eine Mitteilung über die Notwendigkeit, einen ITF-Kollektivvertrag auszuhandeln. Das vorherrschende Verhandlungsniveau und die Lohnfestsetzung in Slowenien liegen seit langem auf sektoraler Ebene, aber die derzeitige Entwicklung bei den Tarifverhandlungen ist die Dezentralisierung. Der Wirtschafts- und Sozialrat Sloweniens (ESSS) wurde im April 1994 durch eine dreiseitige Vereinbarung über die Lohnpolitik im privaten Sektor gegründet.

Durch dieses Abkommen haben die Regierung, die Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften eine zentrale Stelle für die dreiseitige Zusammenarbeit in Slowenien geschaffen. Das ESSS hat wesentlich zur erfolgreichen Umsetzung grundlegender wirtschaftlicher und sozialer Reformen und des Übergangsprozesses sowie zur Annäherung an die Europäische Union und zur Integration in die internationale Wirtschaft beigetragen. Darüber hinaus hat sie zur Durchsetzung der sozialen Gerechtigkeit und des sozialen Friedens beigetragen, die als entscheidend für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung angesehen werden. Das Tätigkeitsfeld des ESSS betrifft vor allem die Arbeitsbeziehungen, die Arbeitsbedingungen, das Arbeitsrecht, die sozialen Rechte und die Beschäftigungspolitik; andere, umfassendere wirtschaftliche und soziale Fragen, die die Interessen der Arbeitnehmer und ihrer Familien betreffen; Interessen der Arbeitgeber und die Regierungspolitik. Jüngsten qualitativen Untersuchungen (Stanojevic und Kanjuo Mrela, 2014) zufolge decken eine Reihe kürzlich geänderter Tarifverträge einen engeren Themenbereich ab als zuvor. Themen wie allgemeine und berufliche Bildung oder Work-Life-Balance sollen beispielsweise nicht mehr berücksichtigt werden. Nachdem das ehemalige Amt für Chancengleichheit vorgeschlagen hatte, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber die Chancengleichheit in den Tarifverhandlungen berücksichtigen sollten, richtete der ZSSS (der größte Gewerkschaftsverband Sloweniens) im Mai 2005 ein Schreiben an alle sektoralen Gewerkschaften, in dem sektorale Gewerkschaften aufgefordert wurden, im Einklang mit der Initiative zu handeln und besonders sensibel in Bezug auf mögliche Gründe/Faktoren des geschlechtsspezifischen Lohngefälles zu sein.

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